Die Konejung-Stiftung in Vettweiß hat über die Kämpfe im Kriegswinter 1944/1945 in den Ardennen und im Hürtgenwald zwei beeindruckende Filme produziert.
Jetzt wurde die DVD „YOU ENTER GERMANY 2″ mit einer Sammlung von vier Stunden historischem Filmmaterial aus US Archiven fertig gestellt.
Der Arbeitskreis Heimat Heimerzheim konnte den Drehbuchautor des Filmes, Achim Konejung, gewinnen, selbst bei der Vorführung dabei zu sein um Fragen aus dem Publikum zu seinem Werk zu beantworten. Darüber freuen wir uns sehr.
Donnerstag, 26. Januar 2012, 19:00 Uhr
“YOU ENTER GERMANY 2″
Katholisches Pfarrzentrum in Heimerzheim
(Eintritt 5,00 €)
Nach dem Beginn Invasion in der Normandie im Juni 1944 konnten die Alliierten Aachen am 21. Oktober 1944 als erste Stadt im deutschen Reich einnehmen. Danach trafen die vorwiegend amerikanischen Truppen in der Eifel auf heftigen Widerstand der deutschen Wehrmacht. Im November 1944 wurden die Städte Düren und Jülich von den Alliierten völlig zerstört. Zuvor bereits strömten unzählige Flüchtlinge aus dieser Region nach Osten in Richtung Rhein, viele von ihnen kamen auch nach Heimerzheim und fanden Unterkunft im Ort.
Mit der Operation „Wacht am Rhein” wollte die deutsche Wehrmacht den alliierten Vorstoß in Richtung Rhein stoppen. Deutsche und amerikanischen Einheiten bissen sich im frühen Winter 1944 in der unwegsamen Gegend südwestlich von Düren, im Hürtgenwald, wochenlang fest.
Die Kämpfe im Hürtgenwald und entlang des Westwalls von 1944 bis 1945 gehören zu den letzten großen Mythen des Zweiten Weltkriegs. Von der „längsten Schlacht auf deutschem Boden” ist die Rede, vom ,,Verdun in der Eifel,” von der größten amerikanischen Niederlage in Europa. Selbst die offizielle US- Militärgeschichte spricht vom Hürtgenwald als einen „schwarzgrünen Ozean aus Wald, in dem Hänsel und Gretel vom Weg abkamen”. Hemingway nannte die Forste der Eifel ,,Wälder, in denen die Drachen hausen”. Drachenzähne, Siegfriedlinie, Höllenwald, Begriffe, die an altdeutsche Mythen und Märchen erinnern, an das Nibelungenlied, an die NS- Propaganda vom ,,ewigen Wald”, an die Geschichten von Gespenstern und bösen Hexen im tiefen Tann. Noch heute wird von den über 68.000 Toten im Hürtgenwald gesprochen und in der Offizierskaderschule Fort Leavenworth, USA, wird die ,,Allerseelenschlacht” am 2. November 1944 bei Vossenack und Schmidt als amerikanisches Desaster gelehrt. James Gavin, Kommandeur der 82nd Airborne Division, nannte den „Bloody Huertgen” eine ,,Schlacht, die nie hätte geschlagen werden dürfen”. Vielleicht deshalb steht dieses historische Ereignis in den USA für immer im Schatten glänzender Siege wie die Landung in der Normandie und der Rheinübergang bei Remagen.
Nach den Kämpfen im Hürtgenwald trafen die amerikanischen Truppen Ende Februar/ Anfang März 1945 auf ihrem Weg zum Rhein auch auf den Ort Heimerzheim, der seit Herbst 1944 von der „Organisation Todt” als „Festung” - quasi als letzter Halt vor dem Rheinübergang - ausgebaut war. Um den Jahreswechsel 1944/1945 bis zum Ende Januar war der Ort „voll von Militär” - so steht es in den Chroniken. Dies war den Amerikanern bekannt, sie bombardierten deshalb am 3.März 1945 Heimerzheim sehr, um ohne weiteren Widerstand in Richtung Rhein an die noch unzerstörte Brücke von Remagen zu gelangen.Unter den rund 180 Toten nach dem Bombardement vom 3. März 1945 befanden sich sehr viele Opfer, die als Flüchtlinge aus der Region Düren und Jülich in Richtung Rhein in Heimerzheim „hängen geblieben” waren.
Die Schlacht im Hürtgenwald hat also in der Reihe der nachfolgenden Ereignisse zum Kriegsende im März/April 1945 einen direkten Bezug mit unserem Ort Heimerzheim.